Fanatics Ost 2002

Bereits am Sonntagabend, als die Info herum ging, dass es Montagmittag eine Pressekonferenz mit Billy Flynn, Peter John Lee und Sven Felski gäbe, zeichnete sich das ab, was viele schon im Kopf hatten, aber keiner aussprechen wollte. Sven Felski beendet nach über 20 Jahren seine sportliche Karriere.

Felski, der wegen seiner Verletzung schon über den Sommer hinweg nicht trainieren konnte und somit auch kein einziges Spiel der aktuellen Saison bestreiten konnte, sagte die Worte, die wohl viele erwartet haben. „Die ärztlichen Atteste ließen nichts anderes zu… am Ende geht es doch nicht mehr.“ Damit war es besiegelt, unsere Nummer 11 hängt seine Schlittschuhe an den Nagel.
Aber trotz der ganzen Trauer kommt man zu einem Schluss. Dieser Mann hat eine einzigartige Karriere hingelegt und eigentlich alles erreicht, was man als Profisportler erreichen kann!

Sven Felski, der
- als kleiner Steppke beim SC Dynamo anfing Eishockey zu spielen.
- 1000 Spiele für die Eisbären in der ersten Bundesliga bestritt.
- insgesamt 283 Tore schoss, 372 Vorlagen gab, nie zurück steckte und auf 1907 Strafminuten kam.
- an 10 Weltmeisterschaften, 4 Junioren Weltmeisterschaften und 2 Olympischen Spielen teilnahm und dabei 31 Punkte erzielte.
- mehrmals für das DEL All- Star Team nominiert war.
- 2008 Pokalsieger wurde.
- 2010 die European Trophy gewann.
- Träger des Verdienstordens des Landes Berlin ist.
- natürlich nicht zu vergessen: 6maliger Deutscher Meister und somit Rekordmeister ist.

…einige Spieler erreichen nicht einmal die Hälfte von dem, was er erreichte! 

Und ganz groß ist zu würdigen, dass Felle all diese persönlichen Erfolge nur mit einem Team erreichte.
Trotz vieler Angebote in den 90´ern von erfolgreicheren Vereinen, als es die Eisbären zu dieser Zeit waren, blieb er der Stadt und dem Verein treu, was sich später klar auszahlen sollte.
Seine bodenständige Art und Berliner Schnauze haben für Sympathie, aber auch für
einige Konflikte gesorgt, trotz alle dem war man ihm nie lange böse.

Allein aus diesen Gründen ist solch ein Abgang nicht wirklich ehrenvoll. Aber was ist schon ein ehrenvoller Abgang für solch einen Spieler?!
Ein „denkwürdiger Abgang“ wäre vielleicht nur gewesen, wenn er nach der letzten Meisterschaft noch auf dem heimischen Eis die Kufen ausgezogen hätte. Aber zu diesem Zeitpunkt denkt sicherlich niemand ans Aufhören.

Jetzt ist aber genug von der Vergangenheit geschrieben worden, denn für Felski gibt es eine Zukunft und das weiterhin bei unserem Verein.
Er wird erstmal als einfacher Praktikant in der Geschäftsstelle anfangen (unvorstellbar, Felle als Kaffeebringer!) um dann vielleicht das Erbe eines Oberen einzunehmen… wer weiß!

Auf jeden Fall ist zu sagen, dass mit Felski ein Großer und ein Stück Vereinsgeschichte das Eis verlässt. Er trug schon das Eisbärentrikot als einige von uns gerade mal sprechen konnten. Sven „Felle“ Felski ist eine lebende Legende und sollte für jeden jungen Berliner Eishockeyspieler ein großes Idol und Vorbild sein.

Wir wünschen ihm alles erdenkliche Gute für seinen neuen Werdegang und hoffen ihn trotzdem bei den Heimspielen zu sehen, spätestens wenn seine Rückennummer neben der von Beaufait aufgehängt wird.

NUR DER EHC

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